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Leitbild

Unsere Schule versteht sich als Förderort für durchschnittlich begabte Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung, die nach Maßgabe des Art. 41 Abs.1 BayEUG an einer allgemeinen Schule nicht adäquat beschult bzw. gefördert werden können.

 

Kriterium für die Aufnahme ist zum einen die Entwicklungsgefährdung des Schülers. Er kann sich aufgrund der eigenen individuellen Ausgangslage in der allgemeinen Schule voraussichtlich schulisch und persönlich im Sinne eines positiven Selbstkonzeptes nicht weiter entwickeln. Und/oder der Schüler beeinträchtigt die Rechte von Mitgliedern der Schulgemeinschaft erheblich.

 

Unsere Schüler werden also von Regelschulen, Privatschulen, Regelkindergärten, heilpädagogischen Tagesstätten, Heimen, Kliniken, Sozialdiensten, Erziehungs­ beratungsstellen, Clearingstellen, Jugendamt, Erziehungsberechtigten usw. an unserer Schule angemeldet, nachdem sie in schulischen bzw. auch vorschulischen Einrichtungen bzw. im Elternhaus über einen längeren Zeitraum ein erheblich abweichendes Normverhalten bei mindestens durchschnittlicher Grundintelligenz aufgewiesen haben. Somit sind die meisten unserer Schüler bereits mehrfach getestet und haben kinder- und jugendpsychiatrisch festgestellte Diagnosen und den Status nach § 35 a KJHG. Dadurch besitzen diese Kinder auch ein Recht auf adäquate Förderung.

 

Fachärztlich festgestellt wird bei vielen der Kinder das Hyperaktivitätssyndrom und/oder das Aufmerksamkeitsdefizit verbunden mit verschiedenen Teilleistungsstörungen in unter­ schiedlichen Bereichen, hoher Sensibilität und großem psychischem Leidensdruck.

 

Bei einem Teil der Schüler handelt es sich auch um schwer traumatisierte Kinder. Als Symptome weisen unsere Schüler große Stimmungsschwankungen, häufige emotionale Gereiztheit, Wutausbrüche, depressive und gewalttätige Gemütslagen, Ess- und Schlafstörungen, Sucht- und Verweigerungsverhalten, Delinquenz oder sonstiges normabweichendes Verhalten auf.

 

In Schule und Freizeitgruppen stören sie sich selbst und ihre Mitschüler in erheblichem Maße.

 

Unsere Schüler kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Die Ursachen für diese Störungen werde vielfältig erklärt (z.B. genetisch, neurologisch-biologisch, gesellschafts- oder milieubedingt) und somit nicht nur auf Erziehungsfehler der Eltern zurückgeführt. Diese Kinder beanspruchen in der Schule ein hohes Maß an Zuwendung, Verständnis, Einzelförderung und sozialer Nacherziehung.

 

Die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und allen am Kind beteiligten Stellen muss eng und vertrauensvoll sein. Die Arbeit am Förderzentrum verlangt Lehrer und Erzieherpersönlichkeiten mit Idealismus und hoher Professionalität. Eine Schule mit Kindern und Jugendlichen mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung muss Erziehungsprozessen in einem hohen Maße Raum geben und somit Schwerpunkte in der schulischen Erziehung setzen.

 

Erziehung und Entwicklung, im Sinne einer Eingliederung in die gesellschaftlich Normen- und Wertevorstellungen können aber nur stattfinden, wenn es gelingt eine professionelle Beziehung herzustellen. Die Basis für eine professionelle Beziehung wiederum ist Vertrauen, Sicherheit und Verlässlichkeit.

 

Das Konzept sollte also altersstufenunabhängig, offen, wandelbar, entwicklungsfähig in Bezug auf gesellschaftliche Strömungen, wertevermittelnd, sozialisierend und wiedereingliedernd sein. Erziehung wird demnach an unserer Schule als ständiger Prozess gesehen, an dem alle zum Komplex Schule mittelbar und unmittelbar beteiligten Personen mitwirken.

 

 

Jürgen Dobias / Anton Lamprecht (Schulleitungsteam)

Mechthild Keßelring (Beratungszentrum)

 

München, im Mai 2015